Lamsenjoch

47° 23' 16.4" N
11° 35' 43.3" E

Berg

Karwendel

Strecke

11.1 km

Aufstieg

800 hm

Dauer

4–5  h

Schwierigkeit

Mittel

Von der Gramaialm führt ein einziges Tal in die Berge, und am Ende steht eine Scharte im Fels: das Lamsenjoch. Man geht die ganze Zeit darauf zu — erst über Wiesen, dann über Schotter, zuletzt durch Fels. Und kurz bevor man oben ist, taucht sie auf: die Lamsenjochhütte, ringsum Spitzen in fast alle Richtungen. Ein Weg wie ein einziger langer Atemzug. Oben darf man ihn aushauchen.

Wegmarken & Wegcharakter

Saumpfad-Wegmarke „Gutmütig“: sicher zu gehen und ohne heikle oder ausgesetzte Passagen.
Schwierigkeitsgrade beim Wandern – Wegmarke „Einfach“: gut machbare Tour für etwas geübte Wandernde, mit überschaubarer Länge und Steigung.
Saumpfad-Wegmarke „Gute Aussicht“: entlang des Wanderwegs öffnen sich weite Blicke auf Berge, Gipfel und Täler.
Saumpfad-Wegmarke „Steiniger Weg“: längere Abschnitte führen über steinigen, unebenen oder gerölligen Untergrund.
Saumpfad-Wegmarke „Wenig Schatten“: große Teile des Wanderwegs verlaufen in offenem und sonnigem Gelände.
Saumpfad-Wegmarke „Stetig bergauf“: der Wanderweg führt über längere Abschnitte bergauf und bietet nur wenige flache Passagen.

Erfahre mehr über die Bedeutung der einzelnen Wegmarken

Wanderer auf dem Schotterweg zur Lamsenjochhütte im Karwendel
Schroffe Karwendelgipfel mit Schneeresten rund um das Lamsenjoch
Wanderer im felsigen Gelände unter den steilen Wänden der Lamsenspitze

Infos

Die Lamsenjochhütte ist ein altes Schutzhaus im Herzen des Karwendels. 1906 gebaut, zwei Winter später von einer Lawine genommen, wieder aufgebaut — seither steht sie am östlichen Lamsenjoch, direkt unter der Lamsenspitze, auf 1.953 Metern.

Der Weg von der Gramaialm ist der kürzeste zu ihr, und vielleicht der schönste. Ein eigenes Tal, das kontinuierlich ansteigt, ohne Umwege, ohne Programm. Vom ersten Schritt an sieht man die Scharte am Ende — und geht einfach auf sie zu. In den Flanken stehen oft Gämsen. Meist hört man zuerst die Steine, dann sieht man sie.

Oben dann der Moment, für den man gekommen ist: Die Hütte taucht auf, und ringsum erheben sich Spitzen in fast alle Richtungen — die Lamsenspitze direkt darüber, gegenüber die Grate überm Falzthurntal. Der Blick zur Hütte, mit dem Fels im Rücken, gehört zu den Bildern, die bleiben.

Steckbrief

Start & Parken

Parkplatz Gramaialm (1.263 m), am Ende der Mautstraße durchs Falzthurntal.

Anreise vom Achensee

Nach Pertisau am Westufer, dort den Schildern »Karwendeltäler« folgen. Am Ortsrand die Mautstelle, danach links ins Falzthurntal: rund 8 Kilometer schmale, asphaltierte Straße bis zum Parkplatz.Maut: 7 Euro pro Tag für den PKW. Die Straße ist etwa von Mai bis in den Herbst geöffnet, im Winter gesperrt. 

Ausgangshoehe

1.263 m

Hoehchster Punkt

1.953 m Lamsenjoch

Eindruecke

Ausruestung

Roter Bergweg, durchgehend gut angelegt, nirgends abschüssig. Im Mai liegt im oberen Teil oft noch ein Schneefeld — gut zu queren, aber feste Schuhe und etwas Zeit einplanen.

DEM PFAD FOLGEN

Route

01  •  Parkplatz Gramaialm
pfeil-14 pfeil-16
Vom Parkplatz am Talschluss hinter der Alm in den Talgrund hinein. Der Trubel der Alm bleibt schnell zurück.
02  •  Der wiesige Grund
pfeil-14 pfeil-16
Ein eigenes Tal, still und offen. Wiesen, Bäche aus den Hängen — und vorne, vom ersten Schritt an sichtbar, die Scharte im Fels: das Östliche Lamsenjoch. Man geht die ganze Zeit auf sie zu.
03  •  Über den Schotter
pfeil-14 pfeil-16
Aus der Wiese wird Schotter, gut zu gehen, griffig. Die Steigung zieht kontinuierlich an, nie sprunghaft, und der Abschnitt ist kürzer, als er von unten aussieht. In den Flanken lohnt der Blick nach oben: Hier stehen die Chancen gut, Gämsen zu sehen.
04  •  Durch den Fels ans Joch
pfeil-14 pfeil-16
Der Steig zieht in Kehren durch felsigeres Gelände — nirgends abschüssig, er verlangt nur Atem. Im Mai quert man hier oft noch ein Schneefeld; die Spur ist meist getreten, man geht einfach langsamer. Dann die letzte Kehre, und auf einmal steht sie da: die Lamsenjochhütte, mitten im Panorama, Spitzen in fast allen Richtungen.
05  •  Der Höhenweg oben
pfeil-14 pfeil-16
Wer oben ist, muss nicht gleich umdrehen. Vom Joch führt ein Höhenweg weiter — nicht wirklich ausgesetzt, gut zu gehen. Ein paar hundert Meter reichen, dann sitzt man über dem Tal, durch das man gekommen ist, und schaut hinunter. Der Abstieg folgt demselben Weg. Er ist derselbe. Und ist es nicht.
Wanderer auf dem breiten Talweg von der Gramaialm zum Lamsenjoch
Blick durch Lärchenzweige auf Schneefelder und Felswände am Lamsenjoch
Lamsenjochhütte vor den schroffen Felsgipfeln des Karwendels
Wanderer auf dem weiterführenden Höhenweg oberhalb des Lamsenjochs im Karwendel
Tiefblick vom Lamsenjoch durch das Falzthurntal zur Gramaialm
Kleine Berghütte zwischen Schneefeldern unter den Felswänden am Lamsenjoch
Historisches Schild an der Fassade der Lamsenjochhütte
Wanderer unter einem markanten Felsturm nahe der Lamsenjochhütte

Einkehren

Lamsenjochhütte
pfeil-14 pfeil-16
Das Ziel ist die Einkehr. Ein bewirtschaftetes Schutzhaus der Alpenvereins-Sektion Oberland, geöffnet etwa von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Die Terrasse schaut ins Falzthurntal hinunter — die Jause hier oben ist eine Zeremonie, keine Pause.
Gramaialm
pfeil-14 pfeil-16
Am Anfang oder Ende des Tages. Eine große, gut besuchte Alm am Talschluss — wer es stiller mag, hebt sich den Kaffee für unten auf und den Berg für sich. 
Gramaialm am Ausgangspunkt der Wanderung zum Lamsenjoch im Karwendel

Momente zum Innehalten

Der ganze Aufstieg ist ein einziges Zugehen: Die Scharte steht von der ersten Minute an am Talende, kommt lange nicht näher — und dann ist man plötzlich dort. So gehen Berge mit der Zeit um.

Irgendwo über dem Schotter bleibt man stehen, weil sich in der Flanke etwas bewegt. Gämsen, meist mehrere, die den Hang lesen wie wir eine Karte. Man schaut ihnen zu, bis sie hinter einem Rücken verschwinden — und geht dann selbst ein wenig leichter weiter.

Und oben der Höhenweg. Kein Ziel mehr, kein Gipfel, nur noch ein paar hundert Meter Gehen um des Gehens willen, mit dem Tal tief unten. Vielleicht der stillste Teil des Tages.

Pfadnotizen

Ausgefranste Gebetsfahnen an der Lamsenjochhütte mit Bergblick

 •  An der Hütte hängen tibetische Gebetsfahnen im Wind. Ausgeblichen, ausgefranst. Auf 1.953 Metern beten alle Berge dieselbe Sprache.

Wegweiser am Lamsenjoch Richtung Gramaialm, Binsalm und Stallental

• Von hier ziehen Steige weiter — zur Lamsenspitze, durch den Brudertunnel, über den Hahnkampl. Für viele ist die Hütte ein Ausgangspunkt. Für uns war sie das Ziel. Beides stimmt.

Ausgewählte Pfade

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Saumpfad | © 2026 · Ein Liebesbrief an die Alpen · Von Daniel & Ricardo