Hintere Goinger Halt
47° 34' 07.6" N
12° 19' 26.3" E
Berg
Wilder Kaiser
Strecke
12.4 km
Aufstieg
1.145 hm
Dauer
5–6 h
Schwierigkeit
Schwer
Diese Runde beginnt sanft: Wald, Almwiesen, ein breiter Weg zur Gaudeamushütte. Dann öffnet sich das Kübelkar, aus Wiese wird Geröll, und am Ende stehen links und rechts die Wände: das Ellmauer Tor. Dahinter der kurze, steile Anstieg auf die Hintere Goinger Halt — und für den Rückweg der Jubiläumssteig, hinüber zur Gruttenhütte. Ein ganzer Tag im Wilden Kaiser. Und mittendrin ein Ort, an dem man von selbst leise wird.
Wegmarken & Wegcharakter






Erfahre mehr über die Bedeutung der einzelnen Wegmarken
Infos
Das Ellmauer Tor ist die große Kerbe im Süden des Wilden Kaisers: links die Karlspitzen, rechts die Goinger Halten, dazwischen ein Sattel aus hellem Fels und Geröll.
Schon vom Parkplatz an der Wochenbrunner Alm sieht man die Lücke im Zackenband — und geht dann den halben Tag auf sie zu. Wer oben hindurchschaut, schaut in den hinteren Kaiser: die Steinerne Rinne, die großen Wände von Fleischbank und Predigtstuhl. Eine Welt aus Stein.
Der Weg dorthin hat zwei Gesichter. Unten Wald und Almwiesen, ein breiter, gutmütiger Beginn bis zur Gaudeamushütte. Oben das Kübelkar: Geröll in Kehren, einzelne Drahtseile, und fast jeden Sommer ein letztes Altschneefeld kurz vor dem Tor. Der Kaiser ist ein heller Berg — sein Fels wirft das Licht zurück. Wer früh geht, hat weiche Farben und kühle Stunden. Ab Mittag brennt er.
Vom Tor ist es nicht mehr weit auf die Hintere Goinger Halt: kurz, steil, zuletzt mit den Händen am Fels. Oben steht man über dem Griesner Kar und sieht eine Seite des Kaisers, die es nur zu Fuß gibt. Für den Rückweg wartet der Jubiläumssteig — Drahtseile, Leitern, eine Eisentreppe, dazwischen immer wieder Gehgelände. Er verlangt Schwindelfreiheit. Aber er macht aus dem Abstieg ein eigenes Kapitel
Steckbrief
Start & Parken
Wanderparkplatz Wochenbrunner Alm (1.085 m), oberhalb von Ellmau. Gebührenpflichtiger Parkplatz mit automatischer Kennzeichenerkennung.
Ausgangshoehe
1.085 m
Hoehchster Punkt
2.192 m Hintere Goinger Halt
Eindruecke
Ausruestung
Anspruchsvolle Bergtour mit Klettersteig-Passagen (Jubiläumssteig, A/B). Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung — auf dem Steig wie am Gipfel. Feste Bergschuhe; ein Helm ist sinnvoll, weil viel Betrieb herrscht und Steine losgetreten werden. Wer sich nicht ganz sicher fühlt, nimmt Gurt und Klettersteigset mit — die Seilversicherungen sind dafür ausgelegt. Vor dem Tor liegt oft bis in den Hochsommer ein Altschneefeld: gut zu queren, aber Zeit einplanen.
DEM PFAD FOLGEN
Route
Ohne Gipfel: Aufstieg zum Tor, zurück bis zur Abzweigung und über den Jubiläumssteig zur Gruttenhütte — die Runde in ihrer mittleren Form.








Einkehren

Momente zum Innehalten
• Am Ellmauer Tor setzt man den Rucksack ab, und noch bevor das Brot ausgepackt ist, sind die Alpendohlen da. Sie segeln aus den Wänden, setzen sich auf die Blöcke und warten. Man schaut in die Steinerne Rinne hinunter, dann wieder zu den Vögeln — und merkt irgendwann, dass man schon eine ganze Weile nichts gesagt hat.
• Oben auf der Halt liegt einem der hintere Kaiser zu Füßen: das Griesner Kar, die großen Wände, kein Weg, kein Dach, kein Lift. Dieses Bild bekommt man nicht geschenkt. Vielleicht bleibt es deshalb.
• Und dann, nach dem letzten Drahtseil, dieser kleine Buckel. Man steigt die paar Meter hinauf, ohne viel zu erwarten — und unten liegen die Almwiesen und die Gruttenhütte vor den Wänden, als hätte sie jemand dorthin gemalt. Man bleibt stehen. Nicht weil man müde ist.

Pfadnotizen

• Mitte Juli, und im Kar liegt noch Schnee vom letzten Winter. Der Berg hat seinen eigenen Kalender. Wir richten uns nach ihm.

• Am Tor wird der Himmel schmal. Links Fels, rechts Fels — und dazwischen genau so viel Platz, wie man braucht.

• Kaum liegt der Rucksack im Geröll, sitzt die erste Alpendohle da. Sie kennt den Platz länger als alle, die hier rasten.

• Auf die Hintere Goinger halt braucht es an einigen Stellen die Hände. Der Pfad ist aber gut mit Seilen versichert.
• Jubiläumssteig: Eine Leiter, ein Drahtseil, kurz die Hände am Fels. Der Steig fragt nicht viel. Nur, ob man bei der Sache ist. Mit etwas Übung aber gut zu besteigen.

• Der erste Kilometer ist ein Forstweg, breit und brav. Oben hat der Kaiser schon Licht, unten liegt noch Schatten. Man geht dem Tag entgegen.
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Saumpfad | © 2026 · Ein Liebesbrief an die Alpen · Von Daniel & Ricardo










