Es gibt ein Gefühl, für das wir kein gutes Wort haben. Eine leise Sehnsucht nach oben — mitten in der Stadt, mitten in der Woche, am Schreibtisch. Manche sagen Fernweh. Ich nenne es Bergweh. Saumpfad ist das, was ich damit mache.
Ich heiße Ricardo Gantschnigg und arbeite als Art Director in Tirol. Marken, Bilder, 3D-Illustrationen, den ganzen Tag mit Bildschirmen. Vielleicht ist das Bergweh deshalb so stark: Je länger ich am Pixel sitze, desto mehr zieht es mich dahin, wo nichts blinkt. Wo der Maßstab wieder stimmt und man sich klein fühlen darf.
Lange habe ich diese Touren nur für mich fotografiert. Irgendwann lagen zu viele Bilder in der Schublade, zu denen ich etwas zu sagen hatte. Und es störte mich, dass über Berge online meist so laut geredet wird — spektakulär, episch, höher, schneller. Das Beste am Berg ist aber das Gegenteil: das Stocken, das Schauen, das Dasein. Saumpfad ist mein Versuch, genau das aufzuschreiben. In ganzen, langsamen Sätzen.
Du sollst hier zwei Dinge finden. Wege, die du wirklich gehen kannst — ehrlich beschrieben, mit Anreise, ohne Übertreibung. Und an den Tagen, an denen du nicht hinaufkommst, einen Text und ein Bild, die dich für ein paar Minuten trotzdem mitnehmen. Damit das Bergweh leichter wird.
Den Namen mag ich, weil er alt und genau ist. Ein Saumpfad war der schmale Weg, auf dem die Säumer ihre beladenen Tiere über die Pässe führten. Langsam, mit Last, immer am Rand. Genau so fühlt sich für mich das gute Gehen an: nicht die direkte Linie zum Gipfel, sondern der Weg, der trägt. Und „Saum" ist ja auch die Kante — dort, wo das eine ins andere übergeht. Genau dort fängt es für mich an.
Also eher ein Magazin, kein klassischer Ratgeber. Eher ein offenes Notizbuch. Komm mit, wenn du magst. Den Rest finden wir unterwegs. Entdecke hier unsere Pfade zum Nachgehen: Alle Pfade.






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